Jubiläumswettfahren 12.-14. Juni 2015

Startzeiten Wettfahren

 

 

 

Schaffhauser Nachrichten 31.03.15

Text und Bilder Ernst Hunkeler

Die Steiner Pontoniere feiern ihren 100. Geburtstag

Bauten fürs Jubiläumswettfahren wachsen aus dem Rhein

 

Im kommenden Juni werden die Steiner Pontoniere ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Wettfahren ausrichten. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren.

 

Die Übungsgefilde der Pontoniere Stein am Rhein liegen weder bei ihrem Depot oberhalb noch vor der pittoresken Kulisse ihres Städtchens, sondern etwa drei Kilometer rheinabwärts in Hemishofer Gewässern. Der Grund: Sämtliche Wettfahrten der einst paramilitärischen Wasser-sportler finden auf Schweizer Flüssen mit wesentlich mehr Strömung statt, als sie bei Stein herrscht. Deshalb trainieren die drei Dutzend Damen und Herren jeweils rheinabwärts der Hemishofer Brücken, wo der Fluss doch eine beachtliche Fliessgeschwindigkeit aufweist, und wo sommers auch die Schiffe der Pontoniere vertäut liegen.

 

Der Rheinabschnitt etwas ober- und unterhalb der Strassen- und der Eisenbahnbrücke wird auch zum Austragungsort des Einzelwettfahrens, das über das Wochenende vom 12. bis 14. Juni anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums stattfindet - des ersten Wettkampfes überhaupt, den die Steiner in ihrer Geschichte „zuhause“ ausrichten werden. Dass ein solches Grossereignis mit geschätzten 700 Teilnehmern aus der ganzen Schweiz lange Schatten voraus wirft, versteht sich von selbst. Und diese sind erst mal baulicher Natur. So entstand in mehreren Einsätzen, letztmals am vergangenen Samstag, ein Stück oberhalb der Brücken am Ufer eine Startplattform, beim Hemishofer Bunker und damit direkt unter der historischen Bahnbrücke eine 20 Meter lange und drei Meter breite Ziellandungsbaute und Richter-bühne sowie ein aufwendiger Serpentinenweg von der Hauptstrasse hinunter zum Rhein. Wie es sich für die Pontoniere mit ihrem hölzernen Geschirr aus Ruder und Stachel gehört, sind auch die Bauten fürs Wettfahren aus massivem Holz entstanden - aus währschaften Pfosten und Fünf-Zentimeter-Tannendielen. Wo die Füsse der ein-drücklichen Richterplattform im Wasser stehen, wurden Eisenschuhe in den Rheingrund getrieben, auf denen die Konstruktion ruht. Der Weg wurde absolut professionell mit Hilfe von Baumstämmen angelegt und dürfte den Hemishofern sowie Gästen noch lange Freude bereiten, zumal er einen völlig neuen Zugang zum Rheinufer ermöglicht.

 

Exakt dort, wo die Steiner Pontoniere gerade einen Teil ihrer Samstage verbringen, dürften Männer ihres Schlages schon 1875 und dann wieder 1979 im Einsatz gestanden haben. Dann nämlich, als es galt, die Vor-arbeiten für die Fundamente der historischen Eisenbahn-brücke und später des einzigen Strassenübergangs zwischen den Kantonen Schaffhausen und Thurgau zu leisten.

Die Wettkämpfe, die hier in zweieinhalb Monaten be-stritten werden sollen, bedingen eine Infrastruktur diesen Ausmasses: Die Zwei-Mann-Teams werden in ihren Weidlingen und Fährbooten vom Start her dem nördlichen Pfeiler der Eisenbahnbrücke entgegen steuern, diesen auf der flussabwärtigen Seite so nah wie möglich und möglichst genau im 45-Grad-Winkel umfahren, auf die Ziellandungsplattform zurudern und an dieser so schnell und soweit flussaufwärts wie möglich landen - dies selbstverständlich alles mit reiner Muskelkraft. Vom Ziel aus werden die Zweierteams ihr Wettkampfgefährt dann die rund 300 Meter wieder rheinaufwärts zum Start hinauf stacheln, so dass das nächste Team loslegen kann. Für die Wettbewerbe sind der Freitagabend, der Samstag sowie der Sonntagvormittag vorgesehen.

 

Zwei Wochen nach den Wettkämpfen im Steiner und Hemishofer Rhein werden im aargauischen Mumpf übrigens die Schweizermeisterschaften 2015 ausge-tragen. Ob die Steiner Pontoniere dort ihr Jubiläumsjahr mit einem weiteren Eidgenössischen Titel krönen werden? Möge der Pontoniergruss „Hand hoch - kehrt!“ an dieser Stelle dazu beitragen.

 

Jahresprogramm 2015